Inszenierung, Performance, Konzert

Der Gemeindebau wird zur Bühne –
Bewohner*innen des Gemeindebaus sangen auf den Balkonen gemeinsam mit Künstler*innen für mehr soziale Gerechtigkeit und Miteinander

 

Anlässlich des Tags der Arbeit wurde im ehemaligen Wiener Arbeiterbezirk Meidling ein Gemeindebau zur Bühne. Auf den Balkonen sangen Bewohner:innen des August-Fürst-Hofs gemeinsam mit dem Arbeiter-Sängerbund Favoriten sowie Künstler:innen und Bands wie Skero, Playbackdolls, Özlem Bulut, Wiener Blond und Hozan Chamber populäre Lieder, die das Verlangen nach sozialer Gerechtigkeit und materiellem Wohlstand artikulieren.
Die Inszenierung reagierte auf die aktuelle Wohlstandsverteilung, die in den letzten zwei Jahrzehnten neoliberaler Wirtschaftspolitik besonders ungerecht geworden ist.
Gerade im Gemeindebau zeigt sich diese Entwicklung deutlich: Immer mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft leben hier unter prekären Bedingungen und fühlen sich sozial benachteiligt und ausgegrenzt.
Angefeuert durch rechtspopulistische Politik werden Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund für die schwierige soziale Situation verantwortlich gemacht.
Ziel des kollaborativen Projekts war es, dem rechtspopulistischen Narrativ entgegenzuwirken: durch mehrere Gespräche mit den Bewohner:innen sowie durch die Aufführung selbst, in der mittels Reden und Transparenten auf den Balkonen Position bezogen wurde.
In den Gesprächen mit den Bewohner:innen wurden diese zu ihrer sozialen Situation befragt; aus den Antworten entstanden Texte, die bei der Aufführung satirisch vorgetragen wurden. Proben und der gemeinsame Auftritt mit migrantischen Nachbar:innen sollten dabei eine brückenbildende Wirkung entfalten. Rund 800 Besucher:innen unterschiedlicher sozioökonomischer Herkunft erkannten sich in den während der Aufführung vorgetragenen Erzählungen über ihre soziale Situation wieder.

Das Projekt wurde von Shift, BKA und Bezirksförderung finanziert.